Einleitung
Orlik Club Mixture entstammt jener dänischen Schule der Tabakveredelung, die nach dem 2. Weltkrieg den klassischen englischen Blends den Stachel nahm und aus Stärke Milde, aus Ernst Gelassenheit formte.
Die Club Mixture vereinigt helle und goldene Virginias mit nussigem Burley und einem sanft gesüßten Cavendish (klassische dänische Zusammensetzung der Grundtabake). Etwas Vanille, Kaffee, ein Anflug von Karamell und die zarte Spur von Honig verleihen ihr jenen kultivierten Ton, der eher an klassische dänische Hygge denken läßt als an die Exaltiertheit moderner Tutti Frutti Aromabomben.
2. Optik & Schnitt
Es präsentiert sich ein Mixed Cut, mit goldenen und bräunlichen Schattierungen, durchzogen von dunklen Cavendish-Streifen. Die Feuchtigkeit ist tadellos, das Stopfen geht leicht von der Hand.
3. Kaltaroma
Der Dose entsteigt ein angenehmer Duft, der sogleich Wohlbefinden auslöst: Kaffee, Vanille, Karamell, Toffee, dazu der honigwarme Grundton reifer Virginias. Darunter klingt die Erdigkeit des Burley an, getragen von der cremigen Tiefe des Cavendish. Man könnte sagen: ein Duft wie aus einem altmodischen Konditorei-Café, in dem der warme Duft von Holz, Kaffee und Gebäck sich mischt.
Hier ist nichts Lautes, nichts aufdringlich Parfümiertes. Die Aromatisierung tritt auf wie ein englischer Butler– stets zugegen, doch nie vordrängend. Schon im kalten Zustand verrät sich der Stil: Understatement, Maß und eine gewisse Gemütlichkeit - dänische Hygge in Perfektion.
4. Rauchverlauf
Anfang
Sanft und süß beginnt die Club Mixture ihren Reigen. Der Rauch ist mild, beinahe cremig, Kaffee und Vanille klar erkennbar, doch nicht aufdringlich. Die hellen Virginias bringen eine zarte, heuartige Süße ein, während die Burleys Tiefe und Nussigkeit verleihen. Die Aromatisierung überwiegt jedoch den Tabak.
Mitte
Mit fortschreitender Glut tritt der Burley hervor, füllt den Raum mit warmen, nussigen Tönen, während der Cavendish dem Rauch eine fast samtige Struktur gibt. Der Virginia wirkt reifer, die Süße wandelt sich von Zucker zu Gebäck, die Aromatisierung tritt etwas zurück. Man spürt plötzlich, wie aus der anfangs liebreizenden Mischung ein ernsthafter, reifer Tabak wird.
Ende
Hier nimmt sich die Süße stärker zurück, der Rauch wird trockener, leicht toastig, mit feinen Noten von herbem Kakao und Holz. Die Mischung bewahrt Haltung bis zum Schluß – nichts kippt, nichts beißt. Es ist, als zöge sie sich mit Anstand zurück, um in Stille auszuklingen. Der Nachgeschmack bleibt weich, warm, ein wenig wie Crème brulée.
5. Abbrand & Technik
Die Orlik Club Mixture brennt, wie ein Tabak brennen sollte: ruhig, gleichmäßig, kühl. Sie hinterläßt kaum Feuchtigkeit, ihre Asche ist hell und fein, das Nachzünden selten nötig. Selbst bei längerer Rast im Pfeifenkopf zündet sie willig neu. Bei hoher Kadenz wird der Tabak jedoch bissig und produziert reichlich Kondensat.
6. Raumnote
Diese Mischung zeigt sich durchaus gesellschaftsfähig. Die Raumnote ist eher angenehm: Vanille, Kaffee, Toffee, der Duft getrockneter Blätter. Sie schmeichelt dem Nichtraucher, ohne sich zu verstellen.
7. Vergleich & Einordnung
Unter den dänischen Klassikern steht die Club Mixture fest auf ihrem Platz: komplexer als Mac Baren Vanilla Cream, tabakechter als Stanwell Melange, vergleichbar etwa mit Larsen No 50, doch durch die Kaffeenote eigenständig anders. Sie trägt das Erbe jener Ära, in der Tabakmischung noch Kunsthandwerk war, kein Produktdesign.
8. Fazit
Orlik’s Club Mixture ist ein Tabak wie ein alter Freund: verläßlich, wohlerzogen, frei von extrovertierter Eitelkeit, getreu den dänischen/hanseatischen Tugenden. Sie verlangt keine Aufmerksamkeit, doch sie verdient sie. In einer Zeit, da viele Mischungen unter Einsatz der gesamten Lebensmittelchemie um Lautstärke ringen, bleibt sie ein Muster der Zurückhaltung - ein Relikt jener vergangenen Kultur, in der Qualität selbstverständlich war.
den Stachel nahm und aus Stärke Milde, aus Ernst Gelassenheit formte.
Die Club Mixture vereinigt helle und goldene Virginias mit nussigem Burley und einem sanft gesüßten Cavendish (klassische dänische Zusammensetzung der Grundtabake). Etwas Vanille, Kaffee, ein Anflug von Karamell und die zarte Spur von Honig verleihen ihr jenen kultivierten Ton, der eher an klassische dänische Hygge denken läßt als an die Exaltiertheit moderner Tutti Frutti Aromabomben.
2. Optik & Schnitt
Es präsentiert sich ein Mixed Cut, mit goldenen und bräunlichen Schattierungen, durchzogen von dunklen Cavendish-Streifen. Die Feuchtigkeit ist tadellos, das Stopfen geht leicht von der Hand.
3. Kaltaroma
Der Dose entsteigt ein angenehmer Duft, der sogleich Wohlbefinden auslöst: Kaffee, Vanille, Karamell, Toffee, dazu der honigwarme Grundton reifer Virginias. Darunter klingt die Erdigkeit des Burley an, getragen von der cremigen Tiefe des Cavendish. Man könnte sagen: ein Duft wie aus einem altmodischen Konditorei-Café, in dem der warme Duft von Holz, Kaffee und Gebäck sich mischt.
Hier ist nichts Lautes, nichts aufdringlich Parfümiertes. Die Aromatisierung tritt auf wie ein englischer Butler– stets zugegen, doch nie vordrängend. Schon im kalten Zustand verrät sich der Stil: Understatement, Maß und eine gewisse Gemütlichkeit - dänische Hygge in Perfektion.
4. Rauchverlauf
Anfang
Sanft und süß beginnt die Club Mixture ihren Reigen. Der Rauch ist mild, beinahe cremig, Kaffee und Vanille klar erkennbar, doch nicht aufdringlich. Die hellen Virginias bringen eine zarte, heuartige Süße ein, während die Burleys Tiefe und Nussigkeit verleihen. Die Aromatisierung überwiegt jedoch den Tabak.
Mitte
Mit fortschreitender Glut tritt der Burley hervor, füllt den Raum mit warmen, nussigen Tönen, während der Cavendish dem Rauch eine fast samtige Struktur gibt. Der Virginia wirkt reifer, die Süße wandelt sich von Zucker zu Gebäck, die Aromatisierung tritt etwas zurück. Man spürt plötzlich, wie aus der anfangs liebreizenden Mischung ein ernsthafter, reifer Tabak wird.
Ende
Hier nimmt sich die Süße stärker zurück, der Rauch wird trockener, leicht toastig, mit feinen Noten von herbem Kakao und Holz. Die Mischung bewahrt Haltung bis zum Schluß – nichts kippt, nichts beißt. Es ist, als zöge sie sich mit Anstand zurück, um in Stille auszuklingen. Der Nachgeschmack bleibt weich, warm, ein wenig wie Crème brulée.
5. Abbrand & Technik
Die Orlik Club Mixture brennt, wie ein Tabak brennen sollte: ruhig, gleichmäßig, kühl. Sie hinterläßt kaum Feuchtigkeit, ihre Asche ist hell und fein, das Nachzünden selten nötig. Selbst bei längerer Rast im Pfeifenkopf zündet sie willig neu. Bei hoher Kadenz wird der Tabak jedoch bissig und produziert reichlich Kondensat.
6. Raumnote
Diese Mischung zeigt sich durchaus gesellschaftsfähig. Die Raumnote ist eher angenehm: Vanille, Kaffee, Toffee, der Duft getrockneter Blätter. Sie schmeichelt dem Nichtraucher, ohne sich zu verstellen.
7. Vergleich & Einordnung
Unter den dänischen Klassikern steht die Club Mixture fest auf ihrem Platz: komplexer als Mac Baren Vanilla Cream, tabakechter als Stanwell Melange, vergleichbar etwa mit Larsen No 50, doch durch die Kaffeenote eigenständig anders. Sie trägt das Erbe jener Ära, in der Tabakmischung noch Kunsthandwerk war, kein Produktdesign.
8. Fazit
Orlik’s Club Mixture ist ein Tabak wie ein alter Freund: verläßlich, wohlerzogen, frei von extrovertierter Eitelkeit, getreu den dänischen/hanseatischen Tugenden. Sie verlangt keine Aufmerksamkeit, doch sie verdient sie. In einer Zeit, da viele Mischungen unter Einsatz der gesamten Lebensmittelchemie um Lautstärke ringen, bleibt sie ein Muster der Zurückhaltung - ein Relikt jener vergangenen Kultur, in der Qualität selbstverständlich war.
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